Schiedsrichter-Ohne sie geht nichts!

Neben den agierenden Teams auf dem Feld, die sich Yard für Yard vorkämpfen, gibt es noch ein Team. Sie stehen im Schatten der Spieler, sind aber nicht weniger wichtig: die Schiedsrichter. Bei jedem Spiel stehen 5-7 von ihnen auf dem Platz um ein reibungsloses Spiel zu gewährleisten. Angeführt werden sie von dem sogenannten „White HAt“. „White HAt“ Christian Henrich gab uns ein kleines Interview:

Devils: „Wie bist du zum Football gekommen und welche Ambitionen hattest du Schiedsichter zu werden?“

Henrich: „Zum Football gekommen bin ich eher durch einen Zufall. Ich wusste aus dem Fernsehen, dass es diesen Sport gibt, aber nicht, dass er auch in Deutschland ausgeübt wird. Bis ich jemanden mit einer Teamjacke einer Mannschaft bei mir aus der Nähe sah. Ich habe ihn angesprochen und bin in der gleichen Woche zum Training mitgegangen. Seitdem war ich dabei. Und zum Schiedsrichter: Man könnte sagen, ich bin nicht schnell genug in Deckung gegangen. Die Vereine werden jedes Jahr angehalten, neue Schiedsrichter in die Ausbildung zu schicken. Das war auch schon vor 25 Jahren so. Und ich wurde in meinem damaligen Verein, den Altena Badgers, gefragt ob ich nicht Lust hätte Schiedsrichter zu werden. Ich habe ja gesagt und bin irgendwie immer noch dabei. Also mich hat quasi die Schiedsrichterei an sich überzeugt und begeistert!“

Christian Henrich
Christian Henrich als „White Hat“ mit Devils-Quarterback Johannes Werner Foto: André Steinberg

Devils: „Als White Hat besteht deine Crew aus 5-7 Schiedsrichtern. Wie stellt ihr euch auf einen Spieltag ein?“

Henrich: „Wir sind in NRW auf einem sehr guten Weg, fast ausschließlich mit 7 Schiedsrichtern zu pfeifen. Die Crews werden in der Regel schon mehr als einen Monat im vorraus gebildet. Der Hauptschiedsrichter fungiert vor dem Spieltag als eine Art Moderator/Organisator. Er kann Positionen einteilen und bereitet den Schreibkram für das Spiel vor. Die Schiedsrichter selbst bilden sich das ganze Jahr über fort. Regelmässige Regionstreffen gehören dazu, sowie Reviews von lokalen und überregionalen Spielen. Videos schauen ist unerlässlich um sich zu verbessern. Am Besten schaut man sich die Spiele an, in denen man selbst gepfiffen hat. Am Spieltag trifft die Crew sich ca. zwei Stunden vor Kick-off am Spielort und man geht verschiedene Themen durch, ganz individuell. Je nach Crewzusammensetzung, Spiel und Zeitpunkt in der Saison. Ist die Saison noch jung, wird verstärkt nochmal auf Regeländerungen zur Saison eingegangen. Haben die Crewmitglieder schon jeweils 15-20 Saisonspiele absolviert, kann man auf Feinheiten eingehen. Das Wichtige dabei ist einfach nur, dass man den Kopf in das Spiel bekommt und sich mental warm läuft. Die Spieler wärmen sich schließlich auch mit ihren Spielzügen auf.

Devils: „Was würdest du Schiedsrichter-Anwärtern empfehlen?“

Henrich: „Der Einstieg ist ein Anfänger-Lehrgang. Das ist die erste Hürde für Schiedsrichter. Wer Interesse und die Motivation mitbringt, der wird sehr schnell viel Unterstützung bekommen. Genau wie die Spieler auf dem Feld nicht ohne ihre Team spielen bzw. gewinnen können, kann der Schiedsrichter auch kein Spiel alleine leiten. Die Schiedsrichterei kann viel Spaß machen, dieser stellt sich mit dem „pfeifen“ selbst ein. Wer mit Spaß an die Sacher heran geht, der lernt besser, nimmt Tipps an und setzt sie schnell und einfach um. Alle, die es sich vielleicht nicht zutrauen, den Sport als Spieler auszuüben oder mal einen komplett anderen Blickwinkel auf den Sport haben mag, sind herzlich Willkommen bei den „Zebras“. Im Januar finden wieder Anfänger-Lehrgänge statt!“

Wir sagen „Danke“ an Christian Henrich für die ausführlichen Informationen!

Werdet auch Schiedsrichter und meldet euch bei und wenn ihr Interesse habt. Wir unterstützen euch bei diesem Vorhaben!